Versicherungsmodelle

Krankenkassen-Modelle: Hausarzt, HMO, Telmed & Standard im Vergleich

Alle Grundversicherungs-Modelle decken exakt dieselben Leistungen — der einzige Unterschied ist, wen du zuerst kontaktierst. Dafür gibt es bis zu 25 % Prämienrabatt. Wir erklären jedes Modell und für wen es sich lohnt.

📖 7 Min LesezeitZuletzt geprüft: von der Findbetter Redaktion

Was sind Krankenkassen-Modelle?

In der obligatorischen Grundversicherung (KVG) sind die Leistungen gesetzlich festgelegt und für alle gleich — egal bei welcher Kasse und in welchem Modell. Was sich unterscheidet, ist nur eine einzige Sache: wen du bei einem neuen gesundheitlichen Problem zuerst kontaktierst.

Wer auf die freie Arztwahl verzichtet und sich auf einen festen Erstkontakt festlegt (Hausarzt, HMO-Zentrum oder eine Telefon­beratung), bekommt dafür einen Prämienrabatt. Die Krankenkasse spart, weil dieser Erstkontakt unnötige oder doppelte Behandlungen früh herausfiltert — und gibt einen Teil der Ersparnis als tiefere Prämie weiter. Du erhältst also dieselbe Versorgung für weniger Geld, akzeptierst dafür eine geregelte erste Anlaufstelle.

Die 5 Modelle im Vergleich

Diese fünf Grundtypen gibt es — von „teuer, aber völlig frei" bis „günstig, mit geregeltem Erstkontakt". Die Rabatte sind Richtwerte; je nach Krankenkasse und Prämienregion fallen sie höher oder tiefer aus.

ModellErstkontaktRabatt*Passt zu
Standardfreie Arztwahl0 %Wer maximale Freiheit will
Hausarztfeste Hausarztpraxis~8–15 %Wer einen Arzt des Vertrauens hat
HMOGesundheitszentrumbis ~25 %Wer maximal sparen will
TelmedTelefon-Beratung (24/7)~15–20 %Gesunde, flexible Menschen
ApothekePartner-Apotheke~10–20 %Wer eine Apotheke in der Nähe hat

*Richtwerte für den Prämienrabatt gegenüber dem Standard-Modell. Die tatsächliche Höhe legt jede Krankenkasse pro Prämienregion selbst fest.

Wie viel kannst du sparen?

Das Modell ist neben der Franchise das grösste Spar-Stellrad in der Grundversicherung — ganz ohne Leistungsverzicht. Ein Rechenbeispiel: Bei einer monatlichen Standard-Prämie von CHF 400 bedeutet ein HMO-Rabatt von 20 % rund CHF 80 weniger pro Monat — also etwa CHF 960 im Jahr. Über mehrere Jahre summiert sich das schnell auf mehrere Tausend Franken, bei exakt gleicher Absicherung.

Wichtig: Modell und Franchise lassen sich kombinieren. Ein gesunder Mensch fährt mit HMO oder Telmed plus hoher Franchise oft am günstigsten. Wie du die Franchise dazu passend wählst, erklärt unser Franchise-Ratgeber.

Welches Modell passt zu dir?

Es gibt kein „bestes" Modell — nur das passende für deine Situation:

  • Du bist gesund und brauchst selten einen Arzt? HMO oder Telmed — maximaler Rabatt, der geregelte Erstkontakt fällt kaum ins Gewicht.
  • Du hast einen Hausarzt, dem du vertraust? Das Hausarztmodell — du behältst deinen Arzt und sparst trotzdem.
  • Du hast eine chronische Erkrankung mit festem Behandler? Meist Hausarztmodell — durchgehende Betreuung bei spürbarem Rabatt.
  • Du willst völlige Freiheit und direkten Zugang zu jedem Spezialisten? Standard-Modell — dafür zahlst du die volle Prämie.

Im Zweifel hilft ein konkreter Vergleich: Die Rabatte unterscheiden sich stark zwischen den Kassen, und nicht jedes Modell ist überall verfügbar.

Modell wechseln: so geht's

Ein Modellwechsel folgt denselben Regeln wie der Kassenwechsel: Kündigung beziehungsweise Anmeldung des neuen Modells bis zum 30. November, Wirkung ab 1. Januar. Beim selben Versicherer ist ein Modellwechsel häufig auch unterjährig möglich — das hängt von der Kasse ab. Den genauen Ablauf findest du in unserem Wechsel-Ratgeber 2027 und alle Stichtage unter Wechsel-Fristen.

Häufige Fragen

Welches Krankenkassen-Modell ist am günstigsten?+
Meist das HMO-Modell (Gemeinschaftspraxis als Erstkontakt) mit bis zu rund 25 % Rabatt gegenüber dem Standard-Modell, gefolgt von Telmed (~15–20 %) und Hausarzt (~8–15 %). Der genaue Rabatt hängt von Krankenkasse und Wohnregion ab — vergleiche ihn immer konkret für deine Situation.
Habe ich in einem Sparmodell schlechtere Leistungen?+
Nein. Alle Modelle der Grundversicherung decken exakt dieselben gesetzlich festgelegten KVG-Leistungen ab. Der einzige Unterschied ist, wen du bei einem neuen gesundheitlichen Problem ZUERST kontaktierst. Behandlung, Medikamente und Spital sind identisch.
Was passiert, wenn ich im Sparmodell direkt zum Spezialisten gehe?+
Wenn du die Erstkontakt-Regel ohne Ausnahme umgehst, kann die Kasse die Kostenübernahme kürzen oder verweigern. Ausgenommen sind immer Notfälle und — je nach Kasse — bestimmte Fachärzte wie Gynäkologie, Augenarzt oder Kinderarzt. Bei wiederholten Verstössen kann die Kasse dich aus dem Sparmodell ausschliessen.
Kann ich im Notfall trotzdem direkt ins Spital?+
Ja. Notfälle sind in jedem Modell von der Erstkontakt-Pflicht ausgenommen — bei akuter Gefahr gehst du immer direkt in die Notaufnahme oder rufst 144.
Was ist der Unterschied zwischen HMO und Hausarztmodell?+
Beim Hausarztmodell ist eine einzelne, frei gewählte Hausarztpraxis dein erster Ansprechpartner. Beim HMO-Modell ist es ein Gesundheitszentrum (Gemeinschaftspraxis) mit mehreren Ärzten, das die Kasse vorgibt. HMO bietet meist den grösseren Rabatt, Hausarzt mehr persönliche Kontinuität.
Lohnt sich das Telmed-Modell?+
Telmed passt gut zu gesunden Menschen ohne festen Hausarzt: Du rufst vor einem Arztbesuch eine medizinische Hotline (24/7) an, die dich triagiert und weiterleitet. Du sparst spürbar Prämie. Bei chronischen Erkrankungen mit festem Behandler ist oft das Hausarztmodell sinnvoller.
Wie wechsle ich das Krankenkassen-Modell?+
Ein Modellwechsel ist wie ein Kassenwechsel bis zum 30. November möglich und gilt ab 1. Januar. Beim selben Versicherer ist ein Wechsel oft auch unterjährig möglich — das ist aber kassenabhängig. Findbetter vergleicht die Modelle aller Kassen und bereitet den Wechsel vor.
Gilt das Modell auch für meine Kinder?+
Ja, Sparmodelle gibt es auch für Kinder und sind dort oft sinnvoll — viele Modelle erlauben den direkten Gang zum Kinderarzt als Ausnahme. So sparst du Prämie, ohne die Versorgung der Kinder einzuschränken.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Dieser Beitrag stützt sich auf die amtlichen Schweizer Rechtstexte und Behörden-Informationen. Für verbindliche Auslegung gelten die Originalquellen.

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